Die Vorgeschichte zur Verfilmung

 

Patrick Süskinds, "Das Parfum, Die Geschichte eines Mörders" zählt mit 12 Millionen, in 42 Sprachen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten, deutschsprachigen Romanen aller Zeiten. Das 1985 erschienen Werk führte internationale Bestsellerlisten an und wurde 1986 von der New York Times zum Buch des Jahres gewählt.

Dieser Erfolg weckte weltweit das Interesse der Filmindustrie, doch Süskind lehnte, aus Angst vor Verfälschung seines Werkes, alle Angebote ab. 16 Jahre dauerte es bis er sich von Bernd Eichinger, 2001, überzeugen lies, ihm die Rechte zu verkaufen. Gerüchten zufolge handelt es sich bei dem Preis, den Eichinger für die Filmrechte zahlte, um eine Rekordsumme von ca. zehn Millionen-Euro. Hinweise auf die langjährigen, vergeblichen Bemühungen Eichingers soll der Film "Rossini oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief" liefern, an dessen Drehbuch Süskind mitwirkte und den Eichinger produzierte. Im Film wird eine ähnliche Situation wie die zwischen Süskind und Eichinger dargestellt. Bernd Eichinger zählt mit seiner Produktionsfirma Constantin Film zu den Bedeutendsten Filmproduzenten Deutschlands. Er konnte schon mit Literaturverfilmungen wie "Der Name Der Rose", "Das Geisterhaus" und "Die Unendliche Geschichte" internationale Erfolge feiern. Mit der Verfilmung des Parfums plante er dort anzuknüpfen.

Doch der Beginn der Dreharbeiten war noch in weiter Ferne. Zum einen hatten Bernd Eichinger und Constantin Film noch andere Filmprojekte (unter anderem: "Der Untergang") zu realisieren und zum anderen war noch kein Personal verpflichtet. Die Suche nach Regisseur und Darstellern sorgte für eine ständige Verschiebung des Drehbeginns.

Für die Hauptrolle des Jean-Baptiste Grenouille waren Leonardo DiCaprio (Titanic) und Orlando Bloom (Der Herr Der Ringe) im Gespräch. DiCaprio fürchtete, Gerüchten zu folge, um seinen Ruf und lehnte deshalb ab. Mit Bloom war der neu verpflichteten Regisseur Tom Tykwer nicht einverstanden.
Für die Regie waren unter anderem Ridley Scott (Alien) und Tim Burton (Batman) im Gespräch. Auch Stanley Kubrick interessierte sich für den Stoff, doch kam er zu dem Schluss, Süskinds Werk ließe sich nicht verfilmen. Schließlich 2004 setzte Bernd Eichinger auf den Wuppertaler Regisseur. Tykwer hatte mit "Lola Rennt", 1998 seinen Durchbruch gefeiert. Der Film gewann Zahlreiche Preise und war international erfolgreich. Seit dem ist er auch in Hollywood als Regisseur tätig. Nun steht ihm sein wahrscheinlich größtes Projekt bevor dessen Budget bei 50 Millionen Doller liegt und somit eines der kostspieligsten Filmproduktionen Europas überhaupt darstellt.

Die Suche nach dem Hauptdarsteller ging weiter und schließlich entschied man sich für den noch relativ unbekannten Schauspieler Ben Whishaw (Mein Bruder Tom). Er überzeugte Tykwer und Eichinger durch seine Leistung als Hamlet am Old Vic Theatre in London. Für die Rolle des Parfumier Giuseppe Baldini konnte man Dustin Hoffman (Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich) gewinnen und Alan Rickman (Harry Potter-Verfilmungen) soll die Rolle von Grenouilles Gegenspieler Antoine Richis spielen. Dies ist die ausdrückliche Wunschbesetzung von Tykwer.

Den Auftrag für das Drehbuch hatte zunächst Caroline Thompson (Edward mit den Scherenhänden). Später schrieben allerdings Andrew Birkin (Der Name Der Rose) und Bernd Eichinger eine Version, die zusammen mit Tom Tykwer zum endgültigen Skript überarbeitet wurde.

Nachdem die möglichen Drehorte in Spanien und Frankreich besichtigt und ausgewählt waren, konnte man nun endlich an den Drehbeginn in den Bavaria Studios in München denken. Dieser wurde für den 12. Juli 2005 festgelegt. Schon Ende Juni sind Vordrehs in der Provence zur Lavendelblüte geplant. Im Herbst 2006 soll dann endlich, 21 Jahre nach der Veröffentlichung des Romans, der Film in die Kinos kommen.

Die Fans sind gespannt ob das Filmprojekt gelingt, ob die Vielschichtigkeit des Romans transferiert werden kann oder ob man sich darauf konzentrieren muss einfach die Geschichte von Jean-Baptiste Grenouille und seiner Welt der Gerüche zu erzählen.

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Quellen: blickpunktfilm.de, zelluloid.de, tomtykwer.de, constantin-film.de, welt.de, Königs Erläuterungen und Materialen: Das Parfum, Bange Verlag